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Halsbandsittich

Informationen zur Vogelart

Halsbandsittich Familie / Ordnung / Unterordnung:
Familie Psittaculidae (Altweltpapageien) / Ordnung Papageien (Psittaciformes) / Gattung Psittacula

Lateinischer Name:
Psittacula krameri

Allgemeines

Der Halsbandsittich (Psittacula krameri) ist eine weit verbreitete Sittichart aus der Familie der Altweltpapageien. Ursprünglich stammt er aus großen Teilen Afrikas südlich der Sahara sowie aus Südasien – sein natürliches Verbreitungsgebiet reicht von Senegal und Äthiopien bis Indien und Sri Lanka. Er wurde durch den Menschen weltweit als Ziervogel eingeführt und hat sich in zahlreichen Regionen erfolgreich als Neozoon etabliert. In vielen europäischen Städten, darunter Köln, Wiesbaden und Düsseldorf, existieren inzwischen stabile, freilebende Populationen.

Aussehen

Der Halsbandsittich ist ein mittelgroßer Sittich mit einer Körperlänge von etwa 38–42 cm, inklusive des langen, spitz zulaufenden Schwanzes. Das Gewicht liegt im Schnitt zwischen 110 und 140 g. Das Gefieder ist leuchtend grün, an Rücken und Flügeln meist etwas dunkler, am Bauch gelblicher. Der Schnabel ist kräftig, rot mit dunkler Spitze. Bei adulten Männchen ist das charakteristische „Halsband“ gut erkennbar: ein schmaler, schwarzer Ring am Kinn, der sich zu einem rosa-roten Nackenband fortsetzt. Weibchen und Jungvögel haben kein oder nur ein sehr blasses Halsband. Am Nacken ist oft ein feiner bläulicher Schimmer sichtbar. Die Iris ist gelblich-weiß; die Augen wirken dadurch sehr kontrastreich.

Lebensraum

Der Halsbandsittich besiedelt eine Vielzahl trockener bis halbtrockener Landschaften, darunter lichte Wälder, Savannen, Palmenhaine, landwirtschaftliche Flächen und Stadtgebiete. Entscheidend sind geeignete Nistmöglichkeiten (z. B. Baumhöhlen oder Gebäudenischen) und ein ausreichendes Nahrungsangebot. In Mitteleuropa lebt er häufig in Parkanlagen, Alleen, Friedhöfen und entlang großer Flüsse, wo alte Bäume mit Höhlen vorkommen. Seine Anpassungsfähigkeit an städtische Lebensräume ist einer der Hauptgründe für seinen erfolgreichen Bestand außerhalb des Ursprungsgebiets.

Verhalten

Halsbandsittiche sind tagaktive, gesellige Vögel, die meist in kleinen Trupps oder Paaren auftreten. Außerhalb der Brutzeit bilden sie größere Schwärme, die gemeinsam Futterplätze und Schlafbäume aufsuchen. Typisch ist ihre auffällige Lautstärke: Die Rufe sind scharf, durchdringend und oft schon aus großer Entfernung zu hören. Im Flug wirken sie sehr wendig, mit schnellen Flügelschlägen und langen Gleitphasen. In Menschenobhut sind sie wegen ihrer Lernfähigkeit beliebt; sie können Geräusche, Pfeiftöne und vereinzelt auch Wörter nachahmen, allerdings deutlich weniger differenziert als z. B. Graupapageien.

Ernährung

In freier Wildbahn ernährt sich der Halsbandsittich hauptsächlich von Samen, Früchten, Nüssen, Beeren, Knospen und Blüten. Je nach Region frisst er auch Getreidekörner und kann dadurch in der Landwirtschaft als Ernteschädling auftreten. Ergänzend werden vereinzelt Insektenlarven aufgenommen, besonders während der Jungenaufzucht. In Städten nutzen die Tiere zusätzlich Abfälle oder Futterreste aus menschlichen Quellen. In Volierenhaltung werden Körnermischungen, frisches Obst, Gemüse und spezielle Pellets empfohlen.

Fortpflanzung

Die Brutzeit fällt je nach Region unterschiedlich aus. In Afrika beginnt sie häufig mit dem Ende der Trockenzeit, in Asien meist zwischen Februar und April, in Mitteleuropa im zeitigen Frühjahr (März bis Mai). Das Weibchen legt 3–6 weiße Eier in Baumhöhlen oder Gebäudenischen. Die Brutdauer beträgt etwa 23 Tage und wird allein vom Weibchen übernommen, während das Männchen füttert. Die Nestlingszeit dauert rund 6–7 Wochen, danach werden die Jungvögel noch einige Wochen von den Eltern begleitet. Halsbandsittiche brüten oft in lockeren Kolonien, besonders in Stadtgebieten mit vielen geeigneten Brutplätzen.

Gefährdung

Der Halsbandsittich ist weltweit nicht gefährdet und wird von der IUCN als „Least Concern“ (nicht bedroht) eingestuft. Im Gegenteil: Sein Bestand nimmt vielerorts zu, insbesondere in Europa, wo sich stabile Wildpopulationen gebildet haben. In Teilen seines Ursprungsgebiets können Lebensraumverlust und Fang für den Heimtierhandel lokal zu Rückgängen führen. Global besteht jedoch kein ernstzunehmender Gefährdungsstatus. In einigen Ländern gilt die Art mittlerweile sogar als invasive Tierart, da sie mit einheimischen Höhlenbrütern konkurriert und Ernteverluste verursachen kann.

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